Hatte ich geglaubt die restlichen Schulferien würden ruhig verlaufen, so war dies bisher nicht der Fall. Gerade die letzten zwei Tage ist etwas Ruhe ins Haus gezogen. Die Großeltern sind mit dem Schulkind noch für ein paar Tage in den Urlaub gefahren, und so genießen wir die Zeit mit nur einem Kind. Vorher war aber noch mal ordentlich was los. Mehrere Tierarztbesuche mit der Katze, Termine bei der Physiotherapie, eine große Geburtstagsfeier inklusive Regenguss zur Kaffeetafel, verunfallte Gäste, eine spontane Großanschaffung... und traurige Nachrichten aus der Bloggerwelt haben mich stark beschäftigt.
Der 9. Bloggeburtstag ist leise am 14. Juli dahingeschlichen. Eine ganz schön lange Zeit - fast 1/4 meines Lebens habe ich zumindest im kreativen Sinne hier dokumentiert. Die anfängliche Leichtigkeit ist ein wenig abhanden gekommen, aber das kommt wohl mit dem "Alter". Aufhören mag ich trotzdem nicht. Zwar bin ich längst ein wenig eingefahren in meinen Schöpfungen und probiere nicht mehr so viel verschiedenes aus wie früher. Aber etwas in meinem Nähstübchen herzustellen, erfüllt mich nach wie vor mit Genugtuung und auch das Format Blog mag ich nach wie vor.
Ich nähe ja nicht nur um des Nähens Willen, sondern meist steckt irgendein Grund, eine Erkenntnis, ein Anlass dahinter. Inspiration, Notwendigkeit, Gedanken kurz vorm Einschlafen. Davon zu erzählen macht den Blog aus. Nicht immer ist die Geschichte spannend, meist ist sie ganz simpel, so wie diese hier.
Hosen nähen ist bekanntlich nicht meine Stärke. Vielleicht liegt es daran, dass sie, wenn im vollen Umfang mit Taschen, Verschlüssen etc. genäht zwar aufwendiger sind, aber weitaus unspektakulärer wirken, als Shirts mit einem tollen Motivstoff. Aber Kaufhosen waren echt keine Alternative mehr.
Am Bund viel zu weit und die Bändel, die da immer so hübsch hängen, gehen nur von Öse zu Öse. Funktionalität Null - dafür wird fast 10jährigen aberkannt, sich achtsam zu benehmen, damit mit den Bändeln (so sie denn lang wären) kein Unfall geschehe. (Ich vermute, dass diese kurzen Bändel die nicht dazu da sind die Hose zu halten, aus Sicherheitsgründen so kurz sind.)
Also selbst ist die Frau und im neuen klimperklein Buch, welches ich mir gegönnt habe, gab es einen passenden Schnitt für kurze Hosen. Zunächst habe ich die Passform ausprobiert und eine Schlafanzughose genäht, danach dann diese hier. Mit echten Bändeln. Für die Enden habe ich mir von meinen Papa Schrumpfschlauch geben lassen. Als Bastler hat er sowas immer da.
Die Covernähte sind mit mehrfarbigem Garn genäht und sollten dem schlichten Stoff das gewisse Etwas verleihen. Der Stoff ist eine Art Interlock, sehr weich und sehr edel und stammt von einem abenteuerlichen Werksverkauf aus der Gegend um Chemnitz (wo genau weiß ich gar nicht mehr).
Die Fotos entstanden auf einem Campingplatz in Schweden, ganz echt mit Tragefalten. Den Schnitt kann ich empfehlen.