Montag, 21. September 2026

Nähwochenende Rathen

 Vorletztes Wochenende war es wieder Zeit für die Auszeit mit der Nähmaschine und 11 lieben Freundinnen. Dieses Jahr fand ich sie besonders nötig und sie war auch richtig schön. Hier ein paar Impressionen:

Rathen ist ja nicht unbedingt um die Ecke und man sollte besser nichts vergessen haben, denn es ist schon eine kurvenreiche Anfahrt, die sich aber bei den schönen Ausblicken immer wieder lohnt.


Das erste Nähprojekt startete mit Glitzer und einem "Gruppen-Näh". Wir hatten uns wieder mal darauf geeinigt dieselbe Variante einer Tasche zu nähen. Das ist immer sehr lustig, weil man sich innerhalb der Gruppe gut über die nächsten Nähschritte austauschen kann und so auch den einen oder anderen Fehler vermeiden kann. Schwarmwissen und so.


Herbst ist Pilzzeit, eine von uns hat das frühmorgens genutzt. Die sehen doch gut aus, oder?


Zum Mittag gab es eine leckere Tomatensuppe, Salat und selbstgemachtes Focaccia. Kulinarisch ist so ein Wochenende auch immer sehr schön und man kommt immer mit neuen Ideen und Rezepten nach Hause.


Diesmal hatten wir auch, Dank neu sortierter Mitbringliste, viel Obst und genügend Zutaten für viele Salate.


Ja und ich habe diesmal meine Overlock mitgebracht, die aber gleich einen Schaden davontrug. Die Fadenführung ist zerbrochen. Bei der 17 Jahre alten Maschine, wird die Plaste langsam spröde. Die Spulenhalter musste ich schon im Frühjahr ersetzen. Da kam der 3D Drucker von meinem Bruder zum Einsatz.


So viel Platz hat man auf dem Nähtisch - manchmal ganz schön eng, aber wenn man gut vorplant und sortiert, dann ist das eigentlich kein Problem.


Unser Gruppen-Näh nach der Fertigstellung.


Hier noch mal meine Tasche im Einzelauftritt. Zu sehen die Hermine von Pattydoo, eine größere Kosmetiktasche mit Bügeln in der Öffnung. Die kleinere Hermine hatte ich bereits im März in Rathen genäht.


Geplant ist sie als Projekttasche, oder ähnliches, da bin ich noch unschlüssig. Denn wie es der Zufall will, hatte ich noch eine andere Anleitung einer fast identischen Bügeltasche hier rumliegen, die ich ebenfalls in Rathen genäht habe, die aber trotzdem ganz anders geworden ist. Ich werde noch berichten.


Das Wochenende war jedenfalls rundum gelungen und ich freue mich schon auf das nächste im März.

Montag, 14. September 2026

Buchtipp: Buckeye

 Unaufgeregt, ehrlich, amerikanisch: "Buckeye" erzählt von Lügen und Liebe.

Im Rahmen von Vorablesen, habe ich dieses Buch gewonnen und möchte Euch hier meinen Leseeindruck vermitteln. 

Manche Bücher nehmen sich Zeit. "Buckeye" von Patrick Ryan ist so eins – ein Roman, der sich über Jahrzehnte spannt, vom Zweiten Weltkrieg bis in die 1980er, und dabei nie hektisch wird, sondern einfach... lebt.

Im Zentrum steht Cal, der wegen eines verkürzten Beins nicht in den Krieg ziehen darf – und der sich sein Leben lang an diesem nicht geleisteten Dienst abarbeitet. Er heiratet Becky, die beiden bekommen einen Sohn, Skip. Auf der anderen Seite steht Margaret: als Waisenkind durch Pflegefamilien gereicht, nie über das Verlassenwerden durch ihre Mutter hinweggekommen. Sie lernt in Columbus Felix kennen und heiratet ihn – Kinder will sie eigentlich keine.

Dann ziehen Felix und Margaret ausgerechnet in Cals Kleinstadt, und ab da verweben sich die beiden Leben. Margaret kommt mit dem Kleinstadtleben nicht klar, und auch die Ehe ist nicht das, was sie sich erhofft hatte. Während Felix an der Front ist, beginnt sie eine Affäre mit Cal. Daraus entsteht Tom – "Buckeye", wie ihn Skip später nennen wird.

Nach dem Krieg kehren beide brav in ihre Ehen zurück. Felix kämpft mit dem, was er im Krieg erlebt hat, und mit dem Verlust eines Mannes, den er dort lieben gelernt hat. Skip und Tom wachsen unterdessen als beste Freunde auf – ohne zu ahnen, dass sie Halbbrüder sind.

Jahre später platzt die Wahrheit über die Affäre heraus. Doch statt reinen Tisch zu machen, entscheiden sich die Erwachsenen, weiter zu lügen: Felix soll offiziell Toms Vater bleiben. Eine Entscheidung, die sich bitter rächt. Als Tom als Erwachsener endlich die Wahrheit erfährt, fühlt er sich zutiefst betrogen – vor allem im Hinblick auf Skip, seinen Halbbruder, der im Vietnamkrieg gefallen ist. Am Ende geht Margaret ihren eigenen Weg, während Becky und Cal nach Jahren der Distanz wieder zueinanderfinden.

Was mich an "Buckeye" wirklich gepackt hat: Es ist kein Buch mit Glanz und Glamour. Hier wird nichts schöngeredet. Es geht um Lügen, um falsche Entscheidungen, um Trauer und Verlust – aber eben auch um Liebe und darum, trotz allem an das Leben zu glauben. Und ganz nebenbei bekommt man ein sehr dichtes Bild vom Amerika der Nachkriegsjahre, von Kleinstadt-Mief und kleinbürgerlichen Werten, wie es sie wahrscheinlich so ähnlich überall auf der Welt gibt und trotzdem so amerikanisch ist. Meiner Meinung reiht es sich in eine Reihe anderer Bücher ein, die ich bereits von amerikanischen Autoren gelesen habe, u.a. The real Americans und Der andere Arthur.

Mir hat das Buch gut gefallen, auch wenn es sehr unaufgeregt daherkommt und die Handlung sich eigentlich nie aus dem engen Kreis dieser sechs Personen herausbewegt. Ich muss aber ehrlich zugeben: Als Nicht-Amerikanerin und als jemand, der diese Zeit nicht selbst erlebt hat, fiel es mir manchmal schwer mich mit der Geschichte zu identifizieren. Trotzdem ist das Buch ein schönes Leseerlebnis.

Montag, 7. September 2026

Gelesen im August

 Fünf Bücher sind es im August geworden, meine Favoriten sind "Leuchtende Schatten" und "Lori". Aber auch "Kein Sommer ohne August" konnte man gut und schnell lesen - ein wunderbarer Liebesroman. 

Enttäuschend war "The Truth about Ruby Cooper", nach dem tollen Vorgängerroman der Autorin hatte ich mehr erwartet. 

Mittwoch, 2. September 2026

Schlicht geht immer gut

 Eigentlich wollte ich heute eine schlichte Bluse zeigen, habe es aber im Trubel des Alltags nicht geschafft, Fotos zu machen. Der Blick ins Fotoarchiv brachte aber noch diese schlichte Schönheit hervor, die ich noch nicht im Blog gezeigt habe.


Das Breton-Shirt von Lillesol & Pelle habe ich bereits dreimal genäht und es ist so ein schlichter Klassiker, dass ich mir im Frühjahr noch dieses hier als bürotaugliche Variante genäht habe. Bedingt durch den Sommer kam es noch nicht so viel zum Einsatz, aber mit dem anstehenden Herbst wird sich das schnell ändern.

Der Stoff ist ein weich fallender Viskosejersey und macht es wirklich sehr schick. Ich mag es sehr.

So hüpfe ich doch noch schnell zum Me Made Mittwoch, wenn auch eher weniger spektakulär und ohne Raffinesse.

Montag, 31. August 2026

Buchtipp: Leuchtende Schatten

 Sprach- und Bildgewaltig

Mit Leuchtende Schatten kehrt Iris Wolff zurück nach Siebenbürgen – diesmal in die dunklen Jahre des Zweiten Weltkriegs, gesehen durch die Augen der 14-jährigen Ella. Es sind Jahre des Aufbruchs und der Verunsicherung zugleich: Ella erwacht in die Pubertät, erlebt das erste zarte Verliebtsein – und muss zugleich begreifen, dass die Welt um sie herum aus den Fugen gerät.

Das eigentliche Herz des Romans aber ist die Freundschaft zwischen Ella und Harriet, die neu in ihre Klasse kommt und Ella vom ersten Moment an in ihren Bann zieht. Es ist eine Freundschaft, die trägt und Halt gibt, wenn der Boden unter den Füßen zu wanken beginnt – ein stiller Anker inmitten des Chaos. Auch Harriets Vater breitet seine schützende Hand über Ellas Familie aus, still und selbstverständlich, obwohl er selbst in ständiger Angst um das Leben seiner eigenen Tochter lebt. Diese Geste – Schutz zu geben, während man selbst um das Liebste bangt – berührt besonders und zeigt, wie viel Menschlichkeit selbst in den finstersten Zeiten möglich bleibt.

Mit dem Ende des Krieges endet auch diese Freundschaft, die für Ella so viel bedeutet hat – ein leiser, schmerzhafter Verlust inmitten der großen Erleichterung, dass der Krieg vorbei ist. Zurück bleibt eine ungewisse Zukunft für Ellas Familie, offen und bang zugleich.

Was mich an Iris Wolffs Erzählweise besonders berührt: Sie schreibt ganz unaufgeregt, fast zurückhaltend, über den Alltag der Menschen in Siebenbürgen – und gerade in dieser Ruhe entfaltet sich eine stille Wucht. Sie verwebt Coming-of-Age, Freundschaft, erste Liebe, Heimat, Familie und Trauer zu einem Geflecht, das nie überladen wirkt, sondern immer echt bleibt. Ihr Schreibstil ist wie gewohnt bildgewaltig – man taucht ein und möchte gar nicht mehr auftauchen.

Das Buch ist definitiv eine Leseempfehlung.

Dienstag, 25. August 2026

Virale Häkelei

 Meine Tochter hat sich schon an einigen gehäkelten Kleidungsstücken versucht. Diese sind letztendlich aber bisher untragbar geblieben, weil sie zu dicke Wolle verwendet hat und ohne Anleitung gehäkelt hat. Die dicke Wolle, war dabei das Hauptproblem, aber da wollte sich das Eis von der Henne nicht reinreden lassen.

Mittlerweile erhalte ich aber auch immer mehr Häkelcontent auf Instagram, so dass ich über das virale Wickelshirt aus einem Rechteck stieß. Das gibt es übrigens auch zum Nähen aus Stoff.


Das Rechteck mit dem Loch in der Mitte hat an den unteren Saumecken Bindebänder und wird somit gewickelt. Als ich es meiner Tochter zeigt, war sie motiviert das mal auszuprobieren und ich konnte sie auch endlich zu Baumwollgarn überreden. Gehäkelt hat meine Tochter nach dieser Anleitung.


Zwar hätte das Halsloch noch ein bisschen kleiner sein können, aber "Off Shoulder" ist auch gerade sehr beliebt. Ich finde das Top ist ihr gut gelungen und getragen hat sie es auch schon. 
Das nächste zeige ich Euch bald.


Montag, 24. August 2026

Gelesen im Juli (Nachtrag)

 Irgendwie hatte ich es noch nicht geschafft zu zeigen, welche Bücher im Juli gelesen habe. 

Hier die Übersicht.

In Summe hatte ich nur sehr gut Bücher in meinem Stapel. Hervorheben möchte ich Tanja Kokoskas "Guten Morgen schönes Wetter heute", welches einfach gute Laune macht. 

Frieda, welches ich als Sachbuch einstufen würde, hatte ich bereits hier vorgestellt.

Dienstag, 18. August 2026

Ich stricke...

 ... echte Kleidung.

Für mich war Stricken abseits von Tüchern, Schals und Socken bis zuletzt eher ein Mysterium. Kein Verständnis für komplizierte Strickanleitungen, keine Geduld und vor allem, keine Nerven es zu korrigieren, wenn es nicht passt.

Nach dem Weihnachtstuch, hatte es mich aber irgendwie gepackt. Außerdem gab es einen Anlass - die Jugendweihe.

Schon im Februar besorgten wir das Kleid und ich hatte mir in den Kopf gesetzt: die Jacke dazu stricke ich. Die Wahl fiel auf den It's June Cardigan von Drops Design. Die Wolle haben wir abgestimmt auf die Schuhe beim Wolldepot in Radebeul geholt.


Dadurch, dass die Jugendweihe erst Mitte Juni war, hatte ich genügend Zeit und die Jacke ist rechtzeitig fertig geworden. Gelernt habe ich, dass es kein Hexenwerk ist und dass ich mich auch durch Strickanleitungen kämpfen kann. Außerdem gelernt habe ich, dass ich möglichst glatt rechts vermeiden sollte, weil mein Strickbild das nicht hergibt. 

Insgesamt war es aber ein voller Erfolg und die Jacke hat das Outfit so perfekt gemacht. Tatsächlich war es am Jugendweihetag auch so frisch, dass die Jacke zum Einsatz kam. Ich bin mega-stolz auf mein Werk und meine Tochter.

DvD und Creativsalat

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