Montag, 27. Juli 2026

Buchtipp: Frieda

Gegen das Vergessen – Ein Blick in die Familienakten aus NS‑Zeiten

Frieda von Geraldine Oetken ist kein Roman, keine ausgeschmückte Geschichte – es ist die beharrliche Recherche einer Urgroßnichte, die weit über das Leben ihrer Verwandten hinaus in die Abgründe der NS‑Zeit vordringt.

Drei Jahre lang hat die Autorin versucht, Fakten und Spuren über das Leben ihrer Urgroßtante Frieda zusammenzutragen, die 1941 in einer Anstalt für Menschen mit Behinderungen starb. Sofort denkt man an die systematische Euthanasie und den grausamen Umgang mit Menschen, die nicht der nationalsozialistischen Norm entsprachen. Doch über Frieda selbst ist kaum etwas erhalten: eine klinisch saubere Akte, ohne Hinweise darauf, wie sie lebte, wer sie war oder wie sie starb.

Also beginnt Oetken, in den weiteren Kreisen zu suchen. Sie durchforstet Patientenakten, gräbt tief in der eigenen Familiengeschichte und schreckt nicht davor zurück, als sich zeigt, dass auch ihre Vorfahren Teil des Systems waren – und sie selbst indirekt Nutznießerin der damaligen Erträge ist.

Das Buch macht eindringlich klar, dass Nazideutschland nicht nur aus Hitler, Goebbels und der Machtzentrale bestand. Millionen Menschen trugen das Regime mit, oft weit entfernt von Berlin, und wurden so zu Täterinnen und Tätern. Viele der Fakten und Statistiken, die Oetken zusammenträgt, scheinen zunächst nicht direkt mit Frieda verbunden – und doch zeichnen sie das Umfeld, in dem Frieda lebte und starb, mit erschütternder Präzision nach.

Frieda ist ein wichtiges, berührendes und aufklärendes Buch. Trotz seines dokumentarischen Charakters liest es sich erstaunlich anregend; der Erzählstil hält einen mühelos im Text. Für alle, die sich mit Familiengeschichte, Erinnerungskultur und der Frage nach individueller Verantwortung im NS‑Staat beschäftigen, ist es eine klare Leseempfehlung.

Montag, 13. Juli 2026

Buchtipp: Der Einsiedlersommer

 Einfühlsam, wichtig und ohne Schnörkel


Heute möchte ich Euch dieses wunderschöne Buch ans Herz legen.
Mich hat diese Geschichte sofort begeistert: ein einfühlsamer Roman über Natur und unseren Umgang mit ihr, über Verlust, Freundschaft und die Kraft, wieder zu sich selbst zu finden. Ein kleines Geheimnis aus der Vergangenheit verleiht dem Buch zudem genau die richtige Portion Spannung.

Die Hauptfigur Eva nimmt eine Kartierungsstelle in einer kleinen Gemeinde in Norwegen an. Sie flieht aus Oslo, wo sie die Erinnerungen an die Todgeburt ihres Sohnes nicht loslassen, und sucht Abstand von ihrem Partner Eirik. Die Aufgabe, einen ausgestorben geglaubten Käfer in den alten Eichenwäldern aufzuspüren, soll ihr helfen, wieder Boden unter den Füßen zu gewinnen. Doch der Neustart gestaltet sich schwieriger als gedacht: die spröde Nachbarin Olga, eine Bergbaufirma, die die wertvollen Wälder roden will, und Eirik, der nicht bereit ist, sie einfach gehen zu lassen.
Mit Rückschlägen, aber stetig, arbeitet sich Eva voran – durch die Wälder und durch ihre eigenen Wunden.

Besonders gefallen hat mir die Offenheit der Figuren. Es gibt keinen künstlich erzeugten Twist durch unnötiges Schweigen, wie man es aus vielen Romanen kennt. Stattdessen entwickeln sich Beziehungen – vor allem die zwischen Olga und Eva – ganz natürlich und lebensnah.

Auf vielen Ebenen kann dieses Buch überzeugen. Definitiv eine Leseempfehlung.    

Montag, 6. Juli 2026

Gelesen im Juni

 Der Juni 2026 hatte es in sich. Es war viel los bei uns, eine Jugendweihe, ein Abiabschluss und naja leider auch weniger erfreuliche Dinge, vor allem rund um meine Eltern. Altern ist halt nichts für Feiglinge.

Ich kann gar nicht sagen, ob ich viel Zeit für mich hatte oder nicht, ein paar Nähwerke sind entstanden und ein paar Bücher habe ich mir in schlaflosen Nächten reingezogen.

Hier meine Übersicht.


Mein Highlight war Der Einsiedlersommer, das Buch hat mir vor allem gefallen, weil es so geradeheraus, oder anstrengende Twists, aber trotzdem spannend war. Ich werde noch mal gesondert dazu schreiben, denn das Buch hatte ich von Vorablesen bekommen.

Auch gut fand ich Alle glücklich und Wir sehen uns wieder am Meer

Meinen Geschmack so gar nicht traf The Mistake, welches ich mir als Hörbuch gegönnt hatte, nachdem auch ich die gehypte Serie Off Campus geschaut hatte. Was auf dem Screen noch ganz unterhaltsam war, war in der Buchvariante nicht nach meinem Geschmack. Das war mir zu platt.

Auch mit Julia Wolfs Du, Hier konnte ich nicht viel anfangen. 

Dienstag, 23. Juni 2026

Musikquilt - wenn sie flügge werden

 Der 18. Geburtstag meiner Nichte stand an und da sie so wie mein Sohn dieses Jahr die Schule abschließt und das Haus zum Studieren verlassen wird, dachte ich, ich nähe ihr einen Quilt für die Fremde. 

Da sie sehr auf klassische Musik steht, wählte ich das als Thema für meine Stoffe und musste feststellen, dass eine Vielzahl von Stoffen mit Musikmotiven schwarz/weiß ist.

Für ein wenig Farbe sollte ein Kombistoff sorgen und dann fing das Nähen der Streifen los.


Vorbild war mein Stripquilt von 2020. Das Nähen hat wieder viel Spaß gemacht und auch das Quilten ging gut von der Hand. Für das Basting habe ich die Quiltlagen auf einem großen Bett ausgelegt. Das ging überraschend gut, weil durch die stoffliche Unterlage, die Lagen nicht verrutschen konnten.


Hier mal ein bisschen aus der Nähe.

Schade nur, dass die Freude über den Quilt nicht ganz so war, wie von mir erwartet. Ich vermute, die Botschaft "Hier kommt etwas, was Dich auch in der Ferne warm halten soll." wurde nicht so richtig verstanden. Liegt vielleicht auch am Alter.

DvD und Creadienstag 

Freitag, 19. Juni 2026

Shirt Sonni - Shirt mit Schulterpolstern

 Ein kastiges Top konnte ich mir sehr gut an der Teenagerin vorstellen.

Aus dem schon seit längerer Zeit beliebten Frotteejersey entstand daher ein Shirt Sonni.


Für das kastige Aussehen werden Schulterpolster eingenäht, die Anleitung dazu finde ich sehr cool und habe mich sehr über das Endergebnis gefreut.

Nur fotografieren ließ sich das Shirt nicht so gut, da die Kontraste sehr stark waren.

Dienstag, 16. Juni 2026

Hobby Horse - echt jetzt?

 Ich dachte ja eigentlich ich wäre durch mit Plüschtieren, die Kinder sind ja schon groß.

Doch hey, die Teeniemädels haben manchmal verrückte Ideen. Nachdem hier die letzten zwei Jahre intensiv therianert wurde, kamen die Mädels letztens mit zwei Sockensteckenpferden angehüpft. Im Zuge ihrer "Self-Care"-Sport-Orientierung, wurde "Hobby-Horsing" zur neuen Sportart erkoren. Die Freundin hatte auch schon ein richtiges Hobby-Horse und Hürden, etc. 

Ein Hobby-Horse kann ich auch, dachte ich mir und fragte meine Tochter, ob sie gern eines hätte. Zugegeben, ich nähe doch auch gern Plüschtiere, auch jetzt noch.

So entstand an einem Wochenende mit Feiertag dieses Schätzchen hier. Der Schnitt und die Stoffe von kullaloo. Augen uns Nüstern sind aufgestickt, die Wolle für die Mähne, sowie der stecken aus dem Baumarkt um die Ecke.


Die Anleitung ist toll und ganz ehrlich, ich dachte das ist komplizierter. Aber ich habe schon Taschen genäht, die deutlich mehr Schnitteile hatten und länger gedauert haben. 
Die Mähne ist hier schon zu einem Zopf geflochten.


Zur Füllung wurden ein paar aussortierte Kissen geplündert und ganz ehrlich, im Vergleich zum gekauften Pferd der Freundin sieht dieses wirklich viel besser aus. Vor allem wohlgenährter. 

Ich finde ein cooles Projekt, das uns viel Spaß gemacht hat (meine Tochter hat mitgeholfen). Die Fotos waren allerdings gar nicht so einfach, da musste man Mann herhalten.

DvD und Creativsalat

Freitag, 12. Juni 2026

Frau Amy fürs Kind

 Ich durfte für das Teeniemädchen nähen. Die Stofffarbe hat sie sich natürlich ausgesucht. 

Vernäht habe ich den Schnitt Frau Amy von Studio Schnittreif


Beim Zuschnitt ist mir ein Fehler unterlaufen, ich habe ohne Nahtzugabe zugeschnitten, aber wie zu sehen ist, passt es gut.


Das Kind war sehr angetan von dem genähten Shirt und hat es sofort angezogen und in der Schule getragen, was ja wohl der ultimative Laufsteg für Klamotten ist. ;-)


Dienstag, 9. Juni 2026

#makenine2026 - Mix & Match Basic T-Shirt

 Wie ich schon berichtet habe, hatte ich für diesen Schnitt auf meiner #makenine2026 Liste etwas besonderes geplant. Ich hatte mir so ein tolles Bügelbild bei Alles für Selbermacher gekauft und plante ein schönes Freizeitshirt.


Vernäht habe ich einen weich fallenden Viskosejersey (vielleicht nicht die 100% richtige Wahl) und diesmal habe ich die boyfriend Variante gewählt.


Das Bügelbild ist einfach cool und ließ sich auch super aufbügeln.


Knallige Farben reizen mich gerade sehr. Die lassen sich auch immer gut kombinieren.


Damit möchte ich heute auch wieder beim DvD und Creativsalat mitmachen. Und natürlich kann ich stolz meine Statistik updaten.

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