Einfühlsam, wichtig und ohne Schnörkel
Heute möchte ich Euch dieses wunderschöne Buch ans Herz legen.
Mich hat diese Geschichte sofort begeistert: ein einfühlsamer Roman
über Natur und unseren Umgang mit ihr, über Verlust, Freundschaft und
die Kraft, wieder zu sich selbst zu finden. Ein kleines Geheimnis aus
der Vergangenheit verleiht dem Buch zudem genau die richtige Portion
Spannung.
Die Hauptfigur Eva nimmt eine Kartierungsstelle in einer kleinen
Gemeinde in Norwegen an. Sie flieht aus Oslo, wo sie die Erinnerungen an
die Todgeburt ihres Sohnes nicht loslassen, und sucht Abstand von ihrem
Partner Eirik. Die Aufgabe, einen ausgestorben geglaubten Käfer in den
alten Eichenwäldern aufzuspüren, soll ihr helfen, wieder Boden unter den
Füßen zu gewinnen. Doch der Neustart gestaltet sich schwieriger als
gedacht: die spröde Nachbarin Olga, eine Bergbaufirma, die die
wertvollen Wälder roden will, und Eirik, der nicht bereit ist, sie
einfach gehen zu lassen.
Mit Rückschlägen, aber stetig, arbeitet sich Eva voran – durch die Wälder und durch ihre eigenen Wunden.
Besonders gefallen hat mir die Offenheit der Figuren. Es gibt keinen
künstlich erzeugten Twist durch unnötiges Schweigen, wie man es aus
vielen Romanen kennt. Stattdessen entwickeln sich Beziehungen – vor
allem die zwischen Olga und Eva – ganz natürlich und lebensnah.
Auf vielen Ebenen kann dieses Buch überzeugen. Definitiv eine Leseempfehlung.




