Mittwoch, 5. August 2026

Me MadeMittwoch - Im August

Im letzten Monat habe ich eher wenig genäht. Ein Oberteil für mich hat mich dabei ziemlich lange beschäftigt, und ich glaube, es wird noch einmal für eine Korrektur unter die Maschine kommen.

Wie fange ich am besten an, von diesem Nähprojekt zu berichten? Ich habe mich verführen lassen und ein Schnittmuster gekauft – von einer mir bis dahin unbekannten Schnittmustererstellerin. Eigentlich hätte ich es besser wissen müssen, denn erfahrungsgemäß gibt es genau drei Schnittmusterdesignerinnen, deren Schnitte ich bedenkenlos nähen kann. Außerhalb dieser drei wird es schnell experimentell – so auch diesmal.

Der Schnitt ist das Blusenshirt Weidach 2 und ich dachte mir: So schwer kann das nicht sein. Ein wenig Näherfahrung habe ich ja, sodass ich beim Nähen die eher saloppe Anleitung zum Ausschnitt noch mit meinem eigenen Wissen austarieren konnte.


Nicht mehr austarieren ließen sich dagegen die Ärmel – die waren viel zu groß für die Armlöcher. Ich schätze mich zwar als erfahrene Näherin ein, aber im Anpassen von Schnittmustern bin ich wirklich nicht gut. Dafür fehlt mir dann auch etwas die Geduld. Ich habe mindestens zehnmal nachgeprüft, ob mir beim Abpausen ein Fehler unterlaufen war, konnte ihn aber nicht finden. Also blieb das Shirt erst einmal eine Woche liegen (unter der Woche schaffe ich es kaum zu nähen, nur am Wochenende bleiben mir ein paar Stunden). In dieser Zeit reifte die Idee, dass ich die Armkugeln raffen und so die Überlänge ausgleichen könnte. Puffärmel waren zwar ursprünglich gar nicht geplant, aber ich mag Puffärmel ohnehin sehr gern.


Also wurden die Ärmel gerafft, angenäht und das restliche Shirt fertiggestellt. Tja – die Anprobe hat mich dann nicht glücklich zurückgelassen. Erst jetzt fiel mir auf, dass die Armkugeln viel zu weit außen saßen, fast wie bei überschnittenen Schultern – was aber überhaupt nicht zu den Ärmeln passte.

Wieder lag das Shirt eine Woche, dann habe ich die Ärmel erneut herausgetrennt, die Raffung gelöst und die Ärmelnaht am Shirt kurzerhand weiter nach innen verlegt. So passten die Ärmel endlich wieder hinein. Anprobe – schon deutlich besser.


Ganz überzeugt bin ich von meinem Ergebnis trotzdem noch nicht. Den Stoff mag ich sehr, aber insgesamt hatte ich mir etwas Schöneres erhofft. Was ich noch ändern werde: Ich möchte den einen Brustabnäher noch einmal neu auslaufen lassen – da ist mir wohl ein kleiner Pfusch unterlaufen, und er ist zu steil geraten.

Über meine neue Tasche vom letzten Bild berichte ich demnächst.

Zeit für den Me Made Mittwoch.

Dienstag, 4. August 2026

Seifenbeutel

 Unser Seifenbeutel war schon etwas in die Jahre gekommen, so dass ich flott einen neuen gehäkelt habe.


Ein einfaches Projekt mit viel Wirkung, weil nahezu täglich in Nutzung.

Dienstag, 28. Juli 2026

Faltbarer Einkaufsbeutel

 Das kostenlose Schnittmuster für einen Einkaufsbeutel bei Snaply musste ich nähen. Frau kann ja nie genug Stoffbeutel in ihrer Tasche haben.


Vernäht habe ich einen farbenfrohen Outdoorstoff von Alles für Selbermacher.

Und so schaut der Beutel auseinandergefaltet aus.

Damit versuche ich aus meinem Blogloch aufzutauchen und schaue bei DvD und Creativsalat vorbei.

Montag, 27. Juli 2026

Buchtipp: Frieda

Gegen das Vergessen – Ein Blick in die Familienakten aus NS‑Zeiten

Frieda von Geraldine Oetken ist kein Roman, keine ausgeschmückte Geschichte – es ist die beharrliche Recherche einer Urgroßnichte, die weit über das Leben ihrer Verwandten hinaus in die Abgründe der NS‑Zeit vordringt.

Drei Jahre lang hat die Autorin versucht, Fakten und Spuren über das Leben ihrer Urgroßtante Frieda zusammenzutragen, die 1941 in einer Anstalt für Menschen mit Behinderungen starb. Sofort denkt man an die systematische Euthanasie und den grausamen Umgang mit Menschen, die nicht der nationalsozialistischen Norm entsprachen. Doch über Frieda selbst ist kaum etwas erhalten: eine klinisch saubere Akte, ohne Hinweise darauf, wie sie lebte, wer sie war oder wie sie starb.

Also beginnt Oetken, in den weiteren Kreisen zu suchen. Sie durchforstet Patientenakten, gräbt tief in der eigenen Familiengeschichte und schreckt nicht davor zurück, als sich zeigt, dass auch ihre Vorfahren Teil des Systems waren – und sie selbst indirekt Nutznießerin der damaligen Erträge ist.

Das Buch macht eindringlich klar, dass Nazideutschland nicht nur aus Hitler, Goebbels und der Machtzentrale bestand. Millionen Menschen trugen das Regime mit, oft weit entfernt von Berlin, und wurden so zu Täterinnen und Tätern. Viele der Fakten und Statistiken, die Oetken zusammenträgt, scheinen zunächst nicht direkt mit Frieda verbunden – und doch zeichnen sie das Umfeld, in dem Frieda lebte und starb, mit erschütternder Präzision nach.

Frieda ist ein wichtiges, berührendes und aufklärendes Buch. Trotz seines dokumentarischen Charakters liest es sich erstaunlich anregend; der Erzählstil hält einen mühelos im Text. Für alle, die sich mit Familiengeschichte, Erinnerungskultur und der Frage nach individueller Verantwortung im NS‑Staat beschäftigen, ist es eine klare Leseempfehlung.

Montag, 13. Juli 2026

Buchtipp: Der Einsiedlersommer

 Einfühlsam, wichtig und ohne Schnörkel


Heute möchte ich Euch dieses wunderschöne Buch ans Herz legen.
Mich hat diese Geschichte sofort begeistert: ein einfühlsamer Roman über Natur und unseren Umgang mit ihr, über Verlust, Freundschaft und die Kraft, wieder zu sich selbst zu finden. Ein kleines Geheimnis aus der Vergangenheit verleiht dem Buch zudem genau die richtige Portion Spannung.

Die Hauptfigur Eva nimmt eine Kartierungsstelle in einer kleinen Gemeinde in Norwegen an. Sie flieht aus Oslo, wo sie die Erinnerungen an die Todgeburt ihres Sohnes nicht loslassen, und sucht Abstand von ihrem Partner Eirik. Die Aufgabe, einen ausgestorben geglaubten Käfer in den alten Eichenwäldern aufzuspüren, soll ihr helfen, wieder Boden unter den Füßen zu gewinnen. Doch der Neustart gestaltet sich schwieriger als gedacht: die spröde Nachbarin Olga, eine Bergbaufirma, die die wertvollen Wälder roden will, und Eirik, der nicht bereit ist, sie einfach gehen zu lassen.
Mit Rückschlägen, aber stetig, arbeitet sich Eva voran – durch die Wälder und durch ihre eigenen Wunden.

Besonders gefallen hat mir die Offenheit der Figuren. Es gibt keinen künstlich erzeugten Twist durch unnötiges Schweigen, wie man es aus vielen Romanen kennt. Stattdessen entwickeln sich Beziehungen – vor allem die zwischen Olga und Eva – ganz natürlich und lebensnah.

Auf vielen Ebenen kann dieses Buch überzeugen. Definitiv eine Leseempfehlung.    

Montag, 6. Juli 2026

Gelesen im Juni

 Der Juni 2026 hatte es in sich. Es war viel los bei uns, eine Jugendweihe, ein Abiabschluss und naja leider auch weniger erfreuliche Dinge, vor allem rund um meine Eltern. Altern ist halt nichts für Feiglinge.

Ich kann gar nicht sagen, ob ich viel Zeit für mich hatte oder nicht, ein paar Nähwerke sind entstanden und ein paar Bücher habe ich mir in schlaflosen Nächten reingezogen.

Hier meine Übersicht.


Mein Highlight war Der Einsiedlersommer, das Buch hat mir vor allem gefallen, weil es so geradeheraus, oder anstrengende Twists, aber trotzdem spannend war. Ich werde noch mal gesondert dazu schreiben, denn das Buch hatte ich von Vorablesen bekommen.

Auch gut fand ich Alle glücklich und Wir sehen uns wieder am Meer

Meinen Geschmack so gar nicht traf The Mistake, welches ich mir als Hörbuch gegönnt hatte, nachdem auch ich die gehypte Serie Off Campus geschaut hatte. Was auf dem Screen noch ganz unterhaltsam war, war in der Buchvariante nicht nach meinem Geschmack. Das war mir zu platt.

Auch mit Julia Wolfs Du, Hier konnte ich nicht viel anfangen. 

Dienstag, 23. Juni 2026

Musikquilt - wenn sie flügge werden

 Der 18. Geburtstag meiner Nichte stand an und da sie so wie mein Sohn dieses Jahr die Schule abschließt und das Haus zum Studieren verlassen wird, dachte ich, ich nähe ihr einen Quilt für die Fremde. 

Da sie sehr auf klassische Musik steht, wählte ich das als Thema für meine Stoffe und musste feststellen, dass eine Vielzahl von Stoffen mit Musikmotiven schwarz/weiß ist.

Für ein wenig Farbe sollte ein Kombistoff sorgen und dann fing das Nähen der Streifen los.


Vorbild war mein Stripquilt von 2020. Das Nähen hat wieder viel Spaß gemacht und auch das Quilten ging gut von der Hand. Für das Basting habe ich die Quiltlagen auf einem großen Bett ausgelegt. Das ging überraschend gut, weil durch die stoffliche Unterlage, die Lagen nicht verrutschen konnten.


Hier mal ein bisschen aus der Nähe.

Schade nur, dass die Freude über den Quilt nicht ganz so war, wie von mir erwartet. Ich vermute, die Botschaft "Hier kommt etwas, was Dich auch in der Ferne warm halten soll." wurde nicht so richtig verstanden. Liegt vielleicht auch am Alter.

DvD und Creativsalat

Freitag, 19. Juni 2026

Shirt Sonni - Shirt mit Schulterpolstern

 Ein kastiges Top konnte ich mir sehr gut an der Teenagerin vorstellen.

Aus dem schon seit längerer Zeit beliebten Frotteejersey entstand daher ein Shirt Sonni.


Für das kastige Aussehen werden Schulterpolster eingenäht, die Anleitung dazu finde ich sehr cool und habe mich sehr über das Endergebnis gefreut.

Nur fotografieren ließ sich das Shirt nicht so gut, da die Kontraste sehr stark waren.

Print PDF